Do it now – because sometimes later becomes never.
Tu viens aussi pour faire l’aquagym?
So kam es, dass ich am 26. Juni 2015 um kurz vor zwölf Uhr mittags mit einigen älteren Damen im Swimmingpool stand, als mir plötzlich auffiel, dass sich eine Menschenmenge am Zaun zum Strand gesammelt hatte. Unser Animateur, teilte uns mit, dass er gleich wiederkomme und machte sich ebenfalls auf zum Zaun.
Ich weiss noch, dass ich gedacht habe, wenn sich ein Unfall ereignet haben sollte, dann werden dort genügend Personen sein, welche sich kümmern können. Ich stieg also aus dem Pool, zog meine Kleider an und begab mich auf die Terrasse. Nach einiger Zeit kam eine Animatrice aus Kroatien, wir hatten uns in den vergangenen Tagen angefreundet, und setze sich zu mir an den Tisch. An ihrem Gesicht konnte ich erkennen, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich fragte also, ob sie wisse was passiert sei.

Sie meinte, ich sei wie Familie, sie würde mir also sagen, was sie wisse. Es habe am Strand bereits 12 Tote gegeben. Man wisse jedoch noch nichts Genaueres und müsse die Gäste des Hotels beruhigen.
Ich weiss nicht, wie ich das Gefühl beschreiben soll, dass mich damals überkam. 12 Tote am Strand? Es hatte etwas Unwirkliches. Ich kannte dies nur aus Filmen, aber hier in unmittelbarer Nähe, am Strand, wurden Menschen ermordet?
Ja, es handelte sich um einen terroristischen Anschlag. Wir hatten Glück, konnte der Attentäter nicht bis zu unserem Hotel vordringen. Tunesier hatten sich ihm am Strand in den Weg gestellt und eine Menschenkette gebildet um ihn zurückzudrängen.
Als ich dort war, hatte ich keine Angst, die Kälte kroch mir erst zu Hause in die Glieder, als ich die Bilder vom Attentäter am Strand sah, die Menschenkette, welche ihn zurückgedrängt hatte, die vielen Toten… Momente und Bilder, die ich nie vergessen werde.

In der Zeit dort, als wir auf Entwarnung warten mussten, hatte ich das Glück, mit einem meiner besten Freunde schriftlich via Telefon in Kontakt sein zu können. Er hatte uns Bilder und Artikel der Presse zugestellt, so wussten wir, was passiert war. Vor Ort hatten wir deutlich weniger Kenntnisse, was passiert war. Ich spreche zwar mehrere Sprachen und bin auch mit vielen Personen dort in Kontakt, aber in einem solchen Moment ist es tröstlich, in seiner Muttersprache mit einem Freund, der einen kennt, kommunizieren zu können. Zu wissen, dass jemand, der einem sehr gut kennt, da ist, eine Verbindung zur «Aussenwelt» darstellt und einen auch ohne Worte versteht, gab mir das Gefühl, weniger alleine zu sein.

Dieses Bild wurde am 26.06.2015 abends aufgenommen. Die Welt drehte sich weiter und doch hatte man das Gefühl nichts ist mehr wie es war. Die Gefühle und Gedanken, die einem in diesen Moment durch den Kopf gehen, sind fast nicht beschreibbar. Wann immer ich dieses Bild anschaue, weiss ich dass ich unglaubliches Glück hatte und bin dankbar dafür.
Do it now – because sometimes later becomes never!
Danke, dass Du da warst als die Welt einen Moment stillstand. Danke für die Freundschaft, die mir sehr viel bedeutet.
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